Erfundene Personen: gleiche Daten, zwei Regeln

Ausgangsmittel stets 20 Zigaretten/Tag; vollständige Angaben nach sechs Monaten. Mindestens 50% Reduktion umfasst Nullkonsum. Abstinenz verlangt zusätzlich die ausdrückliche Angabe: kein Zigarettenzug in sieben Tagen.

Personen und TagesmittelReduktionsregelAbstinenzregel
20 Personen: 20 → 0ErfülltErfüllt: kein Zug berichtet
30 Personen: 20 → 10ErfülltNicht erfüllt: etwas Rauchen
50 Personen: 20 → 20Nicht erfülltNicht erfüllt: etwas Rauchen

100 Personen, zwei Regeln

Der folgende Bericht ist vollständig erfunden, keine wirkliche Intervention oder Wirksamkeitsmessung. Alle 100 Erwachsenen rauchten in der siebentägigen Ausgangsperiode durchschnittlich 20 Zigaretten täglich. Nach sechs Monaten beträgt der Tagesdurchschnitt der vorausgehenden sieben Tage bei 20 Personen 0, bei 30 Personen 10 und bei 50 weiterhin 20. Tägliche Angaben seien vollständig, korrekt und ungerundet; nichts fehlt.

Die vorab für diese Übung festgelegte Reduktion verlangt mindestens 50% weniger im persönlichen Tagesdurchschnitt und schließt Nullkonsum ein. Abstinenz bedeutet dagegen in diesen letzten sieben Tagen keine Zigarette, auch keinen Zug. Die 20 Personen mit durchgehend null berichten zusätzlich ausdrücklich keinen Zug; die übrigen 80 etwas Rauchen. Ein gerundeter Tagesmittelwert allein wird nicht zur Abstinenzfeststellung benutzt.

Die Tabelle wendet beide Regeln auf dieselben 100 an. Zehn Zigaretten erfüllen die Reduktionsregel, nicht die Abstinenzregel. Null mit ausdrücklich keinem Zug erfüllt beide. Das klassifiziert nur die erfundenen Angaben, nicht den Zustand eines Lesers.

Drei richtige Zahlen mit unterschiedlicher Bedeutung

Der spätere Gruppenmittelwert beträgt (20×0 + 30×10 + 50×20)/100 = 13 Zigaretten täglich. Gegenüber 20 ist das eine Abnahme um 35%: (20−13)/20. Es bedeutet nicht, dass 35% aufgehört haben. Nur hier sind alle Ausgangswerte gleich; allgemein ist die prozentuale Änderung von Gruppenmitteln nicht unbedingt der Mittelwert individueller Prozentänderungen.

20+30=50 Personen erfüllen die Reduktion: 50/100=50%. 20/100=20% erfüllen die Abstinenz. 50%+20%=70% zählt die 20 zweimal und ergibt keine 70 unterschiedlichen ‚Erfolge‘.

Beschränkt sich eine weitere Auswertung auf die 80 weiterhin Rauchenden, erfüllen davon 30 die vorgegebene Reduktionsschwelle: 30/80=37,5% der Personen. Das betrifft eine andere Population als 50/100. Präzise wäre: ‚Im erfundenen vollständigen Kollektiv sank der Mittelwert um 35%; 50% erfüllten die Reduktionsregel einschließlich Nullkonsum und 20% die Siebentage-Zigarettenabstinenz.‘ Ohne Vergleichsgruppe ist das kein Interventionseffekt und keine Vorhersage späterer Rauchstopps.

Was wurde für den Prozentwert festgelegt?

CONSORT verlangt Endpunktvariable, Auswertungsmetrik, Zusammenfassung und Zeitpunkt. Suchen Sie für Reduktion Ausgangsperiode, Einheit, spätere Periode und genaue Schwelle: ‚mindestens 50%‘ ist nicht ‚mehr als 50%‘. Gruppenmittel, mittlere individuelle Änderung und Anteil oberhalb einer Schwelle sind verschiedene Angaben. Prüfen Sie, ob Nullkonsum einbezogen, ausgeschlossen oder getrennt gezeigt wird.

Zur Abstinenz gehören Produktdefinition, abgedeckter Zeitraum, Ausrutscherregel und gegebenenfalls Verifikation. Lesen Sie Nenner und Fehlendatenregel jeweils gesondert; sie können gleich oder verschieden sein. Wählen Sie nicht erst nach den Ergebnissen die günstigste Schwelle oder einen anderen primären Endpunkt. Ein unbekannter Verbrauch oder Status ist kein bekannter Nullwert.

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Zigaretten sind nicht automatisch alle Produkte

SRNT unterscheidet Produktdefinitionen und empfiehlt, andere Tabak- oder Alternativprodukte mitzuerfassen. Zigarettenmenge oder Zigarettenabstinenz beantwortet nicht automatisch die Nutzung sämtlicher Tabak- oder Nikotinprodukte. Machen Sie daraus nicht unbemerkt ‚nikotinfrei‘.

Weniger Konsum bei einem Besuch ersetzt keinen späteren, eigens definierten Abstinenzendpunkt. Diese Unterscheidung wählt kein schrittweises oder abruptes Vorgehen, belegt keine Änderung des Gesundheitsrisikos und beurteilt keinen persönlichen Fortschritt. Dafür sind andere Fragen und Belege nötig.

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Unterstützung braucht kein Forschungsprädikat

Die BIÖG bietet über rauchfrei Informationen zu Beratung und Unterstützung in Deutschland. Persönliche Möglichkeiten besprechen Sie mit qualifizierten Fachleuten vor Ort und prüfen die aktuellen Bedingungen. Tagesmenge, Rauchgeschichte oder Gesundheitsdaten werden hier nicht benötigt; ein Studienetikett ist keine Zugangsvoraussetzung für Hilfe.

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Das Wichtigste

  • 35% weniger im Mittel bedeutet nicht 35% Rauchstopps.
  • Reduktions- und Abstinenzgruppen können überlappen.
  • Jede Angabe braucht ihre Definition und Analysepopulation.

Quellen

Die zentralen Aussagen dieser Seite wurden anhand der folgenden Quellen geprüft.

  1. SRNT Treatment Research Network / Nicotine & Tobacco Research: SRNT abstinence update — product definitions, other outcomes and daily-use histories

    Quellen geprüft: 2026-10-04

  2. SPIRIT–CONSORT Group: CONSORT 2025 expanded checklist — outcome metrics, aggregation, populations and reporting

    Quellen geprüft: 2026-10-04

  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: rauchfrei — Beratung und Unterstützung

    Quellen geprüft: 2026-10-04

Nur öffentliche Forschungsendpunkte lesen. Alle Übungszahlen erfunden; keine persönliche Einstufung, Strategie, Gesundheitsrisikoberechnung oder Therapieempfehlung. Keine persönlichen Eingaben, Speicherung oder Übermittlung.